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Pressemitteilung: Wohnungsnot für Studierende zum Start des Wintersemesters in Frankfurt. AStA schlägt Alarm und startet Bettenbörse

05.10.2026

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main prangert die prekäre Situation der Wohnraumversorgung von Studierenden in Frankfurt an. „Für viele Studierende in Frankfurt ist Wohnen ein Luxusgut. Durch die hohen Mietkosten bleibt ihnen selbst mit einem Nebenjob kaum noch Geld für den Lebensunterhalt übrig, sie sind von Armut bedroht und einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt.“, so Mathilde Hennig, Teil des Vorstandskollektivs des AStA der Goethe-Universität. Studierende in Frankfurt sind zudem oftmals von drastischen Mietpreisüberhöhungen betroffen, wie zuletzt anhand des Beispiels einer Studierenden-WG im Frankfurter Nordend öffentlichkeitswirksam gezeigt werden konnte[1] und häufig in der mietrechtlichen Beratung des AStA geschildert wird.

So muss mehr als die Hälfte der Studierenden in Frankfurt mehr als 630 € für ein WG-Zimmer bezahlen[2], für eine kleine 30 m² Wohnung sogar 720 €[3]. Die Wohnkostenpauschale in Höhe von 380 €, welche Studierende im BAföG-Höchstsatz erhalten, reicht also bei weitem nicht aus. Und das nicht nur in Frankfurt: In 76 von 90 Hochschulstädten finden Studierende für gewöhnlich kaum ein Zimmer, welches sie mit der Wohnkostenpauschale bezahlen können[4]. Betroffen sind davon rund 84% aller Studierenden in Deutschland. „Die Erhöhung der Wohnkostenpauschale im BAföG auf 440 € zum kommenden Sommersemester begrüßen wir daher, sie kommt aber viel zu spät und es benötigt weiterhin eine regionale Anpassung der Wohnkostenpauschale“, so Luis Herold, Referent für Soziales des AStA der Goethe-Universität.

Die Probleme beginnen für viele Studierende allerdings bereits bei der Wohnungssuche: Auf WG- und Wohnungsbewerbungen erhalten die meisten Studierenden nicht einmal eine Antwort, viele günstige WG-Zimmer finden zudem gar nicht erst den Weg auf gängige Immobilienportale, sondern werden direkt im persönlichen Umfeld der Bewohner*innen vergeben. In Studierendenwohnheimen, in denen die Mieten für Studierende noch bezahlbar sind – im Bundesschnitt kostet ein Platz im Wohnheim bei den Studierendenwerken 318€[5] - sind derweil die Plätze knapp und heiß begehrt. Die knapp 5.600 Plätze in Frankfurt können nur rund 9,8% der Studierenden versorgen, die Wartelisten sind entsprechend lang[6].  

Die Folgen dieser Knappheit an bezahlbarem Wohnraum sind dramatisch: „Die hohen Mietkosten bedrohen Bildungsgerechtigkeit, da durch diese eine soziale Auslese stattfindet: Studieren in Frankfurt wird zum Privileg, welches sich nur Studierende mit entsprechender finanzieller Ausstattung und Unterstützung aus dem Elternhaus leisten können.“, so Timo Wenninger, Referent für Wohnraum des AStA der Goethe-Universität. 

„Insbesondere zu Beginn des Semesters melden sich zahlreiche verzweifelte Studierende in Notsituationen bei uns, die keine oder keine bezahlbare Unterkunft finden, sodass ihnen nach Ablauf einer Zwischenmiete die Wohnungslosigkeit droht oder sie ihr Studium gar nicht erst antreten können.“, so Timo Wenninger, Referent für Wohnraum des AStA der Goethe-Universität. Der AStA der Goethe-Universität versucht diese akute Wohnungsnot mit dem Angebot einer Bettenbörse zu lindern. Der AStA ruft daher solidarische Personen aus Frankfurt und Umgebung auf, für wenige Tage oder Wochen Studierenden kostenlos einen vorübergehenden Schlafplatz im Gästezimmer, im Wohnzimmer oder im freien WG-Zimmer über die Bettenbörse zur Verfügung zu stellen. Wer einen Schlafplatz anbieten kann, registriert sich auf der dafür vorgesehenen Website (https://asta-frankfurt-bettenboerse.de/), anschließend kümmert sich der AStA um die Weitervermittlung der Angebote. Mit Hilfe der Bettenbörse sollen Studierende die Möglichkeit erhalten, in ihrer neuen Unistadt anzukommen, an Einführungswochen und Vorlesungen teilzunehmen und erste Kontakte zu knüpfen. 

Die Bettenbörse, wie auch die Beteiligung des AStA an der Kampagne ‚Wohnraum-gesucht‘[7] sind allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Um die Wohnsituation für Studierende zu verbessern, benötigt es umfassende strukturelle Änderungen wie einen deutlichen Ausbau von Wohnheimplätzen, damit bis zu 20% der Studierenden in für sie bezahlbaren Studierendenwohnheimen untergebracht werden können. Der AStA schließt sich außerdem progressiven wohnungspolitischen Forderungen an, welche allen Mieter*innen zugutekommen: „Schlupflöcher in der Umgehung der Mietpreisbremse durch die Möblierung von Wohnungen müssen dringend geschlossen werden und es bedarf einer wirksamen Mietpreisregulierung beispielsweise durch einen zeitweiligen Mietendeckel. Langfristig  bedarf es dann einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbestandes mit dauerhafter Sozialbindung“, so Timo Wenninger, Referent für Wohnraum abschließend. 

 

[1] https://www.fr.de/frankfurt/studi-wg-erhaelt-26-700-euro-miete-zurueck-immobilienfirma-kassierte-jahrelang-ab-94341976.html

[2] https://www.moses-mendelssohn-institut.de/aktuelles/WiSe2026

[3]https://mlp-se.de/redaktion/mlp-se-de/studentenwohnreport-microsite/2026/report/mlp-studentenwohnreport-2026.pdf

[4] https://www.moses-mendelssohn-institut.de/aktuelles/WiSe2026

[5] https://www.studierendenwerke.de/publikationen/liste-der-publikationen/publikation/wohnraum-fuer-studierende-statistische-uebersicht-2025

[6] https://www.studierendenwerke.de/publikationen/liste-der-publikationen/publikation/wohnraum-fuer-studierende-statistische-uebersicht-2025

[7] https://www.wohnraum-gesucht.de/