Solistatement vom AStA der Universität Potsdam
Während der Kampagne gegen die Einführung der Maximalstudienzeit hat uns eine Stellungnahme und Solistatement des AStA der Universität Potsdam erreicht. Dieses wollen wir im Folgenden auf unserer Seite veröffentlichen.
Wir vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Potsdam stehen der Studierenden- schaft der Goethe-Universität Frankfurt solidarisch bei und unterstützen ausdrücklich ihre Position gegen die Einführung einer Maximalstudienzeit.
Bereits jetzt fehlt es Studierenden zumeist an zeitlichen Kapazitäten, um sich jeder ihrer Aufgaben gebührend widmen zu können. Die Vereinbarung von Studium, Erwerbstätigkeit, steigenden Lebenshaltungskosten sowie anderweitigen persönlichen Verpflichtungen übersteigt mittlerweile häufig die alltäglich gegebenen Ressourcen der Studierenden. Ein Beschluss zur Etablierung einer Maximalstudienzeit würde den bereits vorhandenen (Leistungs-)Druck nur weiter verstärken. Besonders Studierende, die ohnehin bereits strukturell benachteiligt werden, träfe eine solche Entscheidung hart. Chronische Erkrankungen, Behinderungen, Care-Aufgaben und unzählige unsichtbare Verantwortlichkeiten oder Lebensumstände würden das Risiko einer Zwangs- exmatrikulation aufgrund einer Maximalstudienzeit erhöhen.
Bei Nichteinhaltung der Regelstudienzeit bliebe den Studierenden der Goethe-Universität lediglich das 1,5- bis 2-Fache dieser, um ihr Studium zu beenden. Die Hochschule würde somit eine Atmosphäre schaffen, in welcher kein Raum für anderweitiges Engagement bliebe. Beteiligung an Initiativen, Hochschulgruppen, Fachschaften oder selbstverwalteten Räumen, also zentrale Pfeiler demokratischer Beteiligung und kritischer Hochschulkultur, wären unter diesen Bedingungen kaum mehr möglich. Universitäten leben von ihrer gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedeutung. Gerade mit Blick auf die derzeitigen Entwicklungen ist ein Erhalt und Einsatz für diese Teilhabe unerlässlich.
Auch wir nehmen die erwähnten bundesweiten Entwicklungen bezüglich der finanziellen Kürzungen und der Erhöhung des Leistungsdruckes auf Studierende wahr. Am 19.11.2025 be- schloss der Senat der Universität Potsdam mit einem knappen Mehrheitsbeschluss sowie entgegen der Forderungen unserer Studierendenschaft die Ausweitung der Anwesenheitspflicht auf Seminare. In diesem Zusammenhang wurden auch neue Regelungen bzgl. der Maximal- studienzeit getroffen, die eine Frist der Bachelorstudiengänge auf maximal 4 weitere Semester nach Abschluss der Regelstudienzeit vorsieht. Trotz eingehender Hinweise und Warnungen, dass dies den Alltag und die Möglichkeiten vieler Studierendengruppen beeinträchtigen würde, blieben wir ungehört. Dies verdeutlicht, dass strukturelle Verschlechterungen der Studienbedingungen kein lokales Phäno-men sind, sondern sich gegenseitig verstärken.
Gerade vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass Studierende bundesweit solidarisch agieren. Es gilt nun die Lautstärke und den Zusammenhalt verschiedener Studierendenschaften zu vereinen, um ein deutliches Zeichen gegen die Verschlechterung der Studienbedingungen zu setzen. Denn die Einführung einer Maximalstudienzeit an der Goethe-Universität könnte, entgegen der Bedürfnisse der Studierenden, durchaus für weitere Hochschulen als Vorbild dienen. Somit unterstützen wir den Protest des Bündnisses „Studieren ohne Stoppuhr“ und sagen im Namen unserer Studierendenschaft: Nein zur Einführung einer Maximalstudienzeit