Ankündigung: Vorträge für die Veranstaltungsreihe "Raum - Universität"

Datum der Veröffentlichung:Montag 25.3.2013

Raum: Universität - eine Veranstaltungsreihe der assoziation:aufheben

 

„raum ist zunächst die gegebene stätte für eine ausbreitung oder ausdehnung. gegensatz dazu ort, der auf einem solchen raume erst entsteht“1

 

Würden wir die Gegebenheiten des universitären Raumes erneut bestimmen: wie würden sie aussehen und was wären die Parameter jener Bestimmung?

Jacques Derrida „[...] bringt [...] zum Ausdruck, daß die moderne Universität eine unbedingte, daß sie bedingungslos, von jeder eingeschränkten Bedingung frei sein wollte.“2 Zugleich gesteht er aber ein, dass wir „[...] nur zu gut wissen, [...] daß es diese unbedingte Universität de facto nicht [gibt]. Dennoch sollte sie prinzipiell und ihrer eingestandenen Berufung, ihrem erklärten Wesen nach ein Ort letzten kritischen – und mehr als kritischen – Widerstands gegen alle dogmatischen und ungerechtfertigten Versuche sein, sich ihrer zu bemächtigen.“3 Was heißt „kritischer Widerstand“ und was sollte „mehr als das“ möglich sein? Und ist dem so, dass die Universität jener Ort des Widerstands ist? Oder müssen wir vielleicht annehmen, dass es diesen Ort als Institution des Widerstands in einer fortgeschrittenen Industriegesellschaft nicht geben kann, sofern Bewusstsein und Geist – siehe Adorno im Folgenden – als Verdinglichung auftritt? „Die Verdinglichung des Bewußtseins, die Verfügung über seine eingeschliffenen Apparaturen schiebt sich vielfach vor die Gegenstände und verhindert Bildung, die eins wäre mit dem Widerstand gegen Verdinglichung.“4

Wie geschieht Subjektivation in dem Raum Universität? Haben wir als universitäre Subjekte in uns „[...] eine mehr oder minder freiwillige Selbstkontrolle“ errichtet, die uns „[...] zunächst dazu [veranlasst], nichts zu sagen, was den etablierten Spielregeln […] [unserer] Wissenschaft nicht gehorcht [...]“ ?

In dieser Veranstaltungsreihe soll der Raum-Universität aus verschiedenen Blickfeldern überprüft werden. Dabei spielt die Frage nach den Aufgaben der Universität ebenso eine Rolle, wie jene der Überprüfung der Möglichkeiten der Kritik derselben. Die Universität Frankfurt in ihrer aktuellen Situation der Umstrukturierung der Campus wird dabei teilweise als Ausgangsbeispiel dienen, um den Versuch einer Kritik der [derzeitigen] Hochschullandschaft verschärft vorzubringen. Raum wird hierbei nicht nur als örtliche Ausdehnung verstanden, sondern aus [human]geographischer und historischer, aus sozial-politischer, sowie aus geistiger Perspektive betrachtet werden.

Alle Veranstaltungen treffen sich pünkltich im Foyer des IG-Farben-Hauses

 

1. Architektur [& Raumpolitik]:

Donnerstag 16.05., 18 Uhr

  • Ak kritische Geographie Frankfurt: 1952-2013: 61 Jahre Campus-Aneignung an der Universität Frankfurt.

  • Marcus: Grenze, Leere, Enge: Ein Rundgang über den IGF Campus.

  • Dipl. Psych. Maria-Christina Nimmerfroh: Fenster, Lärm, Hygiene, Farben: Architekturpsychologische Aspekte von Hochschulgebäuden - eine empirische Untersuchung.

 

2. Universität und Arbeitsraum: Subjektbildung [in] der spätkapitalistischen Hochschule:

Donnerstag 23.05., 18 Uhr

  • Nadia Sergan: Subjektivierung von Arbeit am Bsp. der Subjekte der unternehmerischen Hochschule.

  • Tom Uhlig: The Building has left Elvis. Subjektivierung qua Architektur.

 

3. Diskursnarrative: Sprache der Universität und kritische Intervention:

Donnerstag 06.06., 18 Uhr

  • Dr. Christian Metz: Universität als Erzählung. Wider die Auslöschung kritischer Positionen.

  • Marcus und Bernd: Sabotage.

 

1Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bd. (32 Teilbände). Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. Bd.: 14, Sp. 275 bis 284.

2Was ist Universität: Texte und Positionen zu einer Idee. S. 189.

3Ebd. S. 189.

4Ebd. S. 182.

 

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